Still und leise, ohne Aufhebens, ist mein Mann, unser Vater von uns gegangen. Und so waren auch ganze Wegstrecken seines Lebens unauffällig, mühevoll und sogar aufreibend. Dennoch hat er sein Ideal, die Malerei, stets im Auge behalten, sie hoch gehalten und seinen Anspruch auf sie behauptet, was bei unserer großen Familie nicht leicht war. In dieser Kunst hat er vor Philosophie, Musik und Literatur seine Wahrheit über das Leben zu finden gehofft, sie ohne Unterlass gesucht. In den letzten Lebensjahren verging kein Tag ohne malerisches-grafisches Schaffen, ohne Fixierung seiner Gedanken und Vorstellungen darüber. Er hat diese Welt, dieses Leben nie aufgehört zu beobachten, zu reflektieren – jeden Tag neu und mit großer Leidenschaft!
So stehen wir am plötzlichen Ende seines Daseins vor dem umfangreichen Werk, das er uns hinterlassen hat. Sind erstaunt und sprachlos über dessen Fülle und Reichtum und trotz großer, großer Trauer von tiefer Dankbarkeit erfüllt.
Gerda Dose, August 2007
Aus seinem Tagebuch des Jahres 2007:
… „Das Interesse zu malen und das Verlangen nach dem Wahren und Schönen hält einen einigermaßen gesund und munter und erfüllt jeden Tag mit Hoffnung“.
… „Das Leben draußen schaut sich verdammt gut an. Die satten Farben und Formen der Wolken, der Bäume, der Berge, der Wiesen, der kräftigen Pferdeleiber! Der Fluss, die Schiffe, die Menschen, die Spiegelungen im Wasser, in den Pfützen! Alles voller Leben, das ich in meinen Bildern haben möchte“.
… „Der Mensch wird und muss immer wieder versuchen, die Grenzen seines Lebens zu erweitern, materiell wie ideell Fülle aufzunehmen. Alles andere wäre Stillstand und Ende seiner Art. Was macht er nicht alles, um Leben in sich zu spüren, und so ist auch alle Kunst ein ,Leben-haben-wollen‘, eine Aufforderung, das Leben zu feiern mit Lust, Gefühl und Geist.“
